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Señor Coconut and his Orchestra (feat. Argenis Brito) Yellow Fever!
Interview mit Senor Coconut, Köln, im Mai 2006.
Autor: Thomas Elbern

1.) Wie kamst du auf die Idee ein Album YMO zu widmen?
Sagen wir mal so, nach der letzten Senor Coconut-Phase oder generell nach jeder Phase bekam ich immer ziemlich viel Input so aus allen Ecken zu Senor Coconut. Ich glaube, es ist ein Projekt, das ziemlich viele Bilder und Möglichkeiten hervorruft bei Leuten. Das fand ich sehr spannend; man trifft dann auf Konzerten irgendwelche Leute, die einem dann schon ihre nächste Señor Coconut schenken mit Cover und Covertitel, und die dann sagen „mach doch mal dies oder jenes“. Und jeder, verschiedenste Leute, mit denen man so zu tun hat, also auch Musiker und Freunde, haben so ihre Idee entwickelt. Und aus Japan selber kam die Idee mit Yellow Magic. Wir bekamen von Leuten, mit denen wir Jahre zusammengearbeitet haben diese Idee geliefert. Und es war eigentlich für mich nur die Frage, welche Idee lässt sich auch am interessantesten oder kompatibelsten umsetzen. Also wen interessiert das, mache ich jetzt „dies“ oder mache ich jetzt „das“. Für mich waren musikalisch alle Ideen gleich interessant, wobei sich diese Idee mit Yellow Magic am einfachsten umsetzen ließ. Das waren Momente, die passierten, aus denen sich das ergab. Man muss das Produkt nicht erzwingen, es floss aus sich heraus.

2.) Welche Berührungspunkte hattest du mit dem Yellow Magic Orchestra?
Ich habe ein paar Platten mit Haruomi Hosono gemacht, der eigentlich auch der Gründer von Yellow Magic Orchestra ist. 1995 und 1996 haben wir zwei Platten zusammen gemacht und ich habe zwischendrin auch immer Sachen bei ihm veröffentlicht. Die letzte Platte war eine Acid-Scheibe von mir, die er letztes Jahr noch auf seinem Label Daisyworld in Tokio veröffentlicht. Ich kenne ihn sehr gut, so gut es halt geht über die Distanz, und mit Sakamoto habe ich auch ein paar Sachen gemacht für sein Online Chainmusic Project, und ich glaube, denen gefällt die Idee ganz gut.

3.) Wie nahe steht dir die Musik von YMO, sind sie deine Helden? Ja, würde ich schon sagen. Im Vergleich zu vielen anderen Bands die ich so gecovert habe, waren es Yellow Magic. Nicht unbedingt Yellow Magic selbst, sondern die Einzelproduktionen, die nach Yellow Magic kamen, weil es sie ja schon gar nicht mehr gab, als ich anfing Musik wirklich zu hören. Hosono ist zum Beispiel einer der wenigen Leute, die mich sehr beeindruckt haben damals, weil ich aus einer Musikprägung herauskam, aus einer sehr europäischen Sichtweise von Musik, die immer sehr kalte und düstere Einblicke gewährte, wie etwa Kraftwerk, Front 242 oder EBM generell. Kraftwerk zum Beispiel ist vordergründig nicht sehr humorvoll und diese vorgetragene Düsterkeit ist eine eher romantische Sichtweise, das sich Beschäftigen mit einer gewissen Technologie, die es eigentlich schon gar nicht mehr gibt. Dann hörte ich das erste mal japanische Popmusik, ungefähr 1988, und die Japaner erschienen mir weniger konzeptionell als alles; was ich damals sonst so gehört habe - weniger konzeptionell als Kraftwerk zum Beispiel - aber wesentlich futuristischer in einer echten Hinsicht. Das sind dann einfach Leute, die 1984 digital aufgenommen haben, weil es einfach so in deren Kultur liegt, das „Nach-Vorne-Gerichtetsein“. Sie erscheinen als richtige Positivisten und haben aber gleichzeitig eine östliche Spiritualität, so einen Humor und eine Verspieltheit, die mich damals ziemlich beeindruckt hat. Das habe ich so an europäischer Musik, nordamerikanischer Musik, gerade elektronischer Musik überhaupt nicht gehabt, dass jemand elektronische Musik macht und gleichzeitig witzig sein kann ohne dieses spaßmacherhafte goofyhafte, das fand ich an Yellow Magic sehr beeindruckend; generell heute immer noch an der japanischen Kultur.

4.) Wie hast du die Musik/Stücke und Stimmungen für dieses Album ausgewählt?
Das war relativ kompliziert, weil es erstmal wieder um einen Interpreten ging, dem Yellow Magic Orchestra. Da muss man sich überlegen, welche Titel funktionieren, wie funktionieren sie, in welchem Stil funktionieren sie, das heißt, man muss sich schon ein bisschen vorstellen, wie das Album später klingen soll : sind zu viele schnelle Stücke drauf oder zu viele langsame, zu viele Cha cha chas, zu viele Mambos oder was auch immer. Andererseits: was ist wirklich kompatibel, welche Titel von Yellow Magic, die man gut findet, lassen sich überhaupt übersetzen. Da gab es dann noch mal das Spezialproblem, wenn möglich von den drei Komponisten gleich viele Titel zu nehmen; das war an sich schon nicht einfach. Und dann noch am besten die Hits auszuwählen, die in Japan, Amerika oder England erfolgreich waren. Das war ein recht schwieriges Unterfangen, am Ende noch immer eine Trackliste zu haben, die ich persönlich interessant finde, musikalisch interessant finde, was aber, denke ich, gut gelungen ist. Ich war dann doch sehr zufrieden, auch mit der Endauswahl und habe dann auch versucht, diese Inkompatibilitäten, die es da gab - zu viele schnelle Stücke drauf zum Beispiel - durch die Arrangements oder durch Umarrangieren wieder in ein harmonischeres Bild zu bekommen.

5.) Fehlt dieses Mal nicht der Wiedererkennungseffekt, der bis dato alle Coconut CD's auszeichnete?
Ich habe bei dieser Platte versucht – ich fand interessant, nicht auf den Widererkennungseffekt mit dem Lied zu operieren, sondern eine Platte zu machen, die als musikalische Einheit funktioniert, eben ohne diesen Widererkennungseffekt. Und für die, die es benötigen, vielleicht jetzt für dich oder für uns aus Deutschland, sieht es so aus. Für die Japaner sieht es anders aus und bei Kraftwerk ist es nicht anders. Wir haben zum Beispiel auch Konzerte gespielt mit Senor Coconut in Mexiko, und für den durchschnittlichen Mexikaner fehlt der ganze Kraftwerkbezug. Oder wir haben auf Plätzen gespielt in Mexiko City für Leute, die gerade herumliefen; es waren relativ wenige Eingeweihte oder Fans da oder Leute, die das nachvollziehen konnten, und dann waren da trotzdem Leute, die anfingen zu tanzen und die das super fanden, etwa Pärchen, die schon 60 oder 70 Jahre alt waren und die haben dann zu "Showroom dummies" Cha cha cha getanzt, obwohl für die der ganze Bezug fehlte; die nicht wussten wer ich bin oder worum es geht oder wer Kraftwerk ist. Und es funktionierte auf musikalischer Ebene. Deshalb fand ich diesen Wiedererkennungswert, dass der in Anführungszeichen für Europäer nicht so ganz da ist, nicht so wichtig. Ich denke, wenn es eine gutgemachte Platte ist und eine musikalisch anspruchsvolle Platte, dass das ausreicht.

6.) Wie hast du dieses Mal Studiotechnologie eingesetzt? Wie groß ist der organische Anteil an den Aufnahmen?
Wir haben alles komplett organisch aufgenommen, also auch durcharrangiert mit Musikern und versucht, ein Orchesterarrangement zu erstellen. Allerdings, und das wusste ich im Vorfeld auch schon, habe ich das komplett wieder zerschnitten zu Hause, weshalb dann die Frage nach dem organischen Anteil berechtigt, aber schwer zu beantworten ist. Ich habe im Prinzip jeden Schlag auf der Platte von Hand zerschnitten. Alles was du hörst, jede Note, wurde einmal angefasst und irgendwohin geschoben und zerschnitten und neu wieder zusammengesetzt. Da ist nichts mehr so, wie es mal aufgenommen wurde. Graduell, je nachdem; es gab Titel, die sind relativ nah an der Aufnahme geblieben, und es gibt welche, bei denen kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Für mich stellt sich nicht die Frage: Ist es organisch? Echt oder falsch ? Das ist Unsinn! Eher: Ist es so, wie ich es mir vorgestellt habe? Und darum geht es im Prinzip. Ich habe mir bei den Arrangements ja auch etwas vorgestellt, und wie nah kommen dann diese Arrangements an den finalen Sound heran und was muss ich unternehmen, um dort hinzugelangen. Und das ist natürlich immer Künstlichkeit, denn ohne Künstlichkeit funktioniert Kunst nicht.

7.) Kannst du das neue Album und das Konzept dahinter kurz erläutern? Es ist nicht einfach nur eine Platte, auf der zehn Coverversionen drauf sind, bei Fiestasongs zum Beispiel, das war eine Referenz an das klassische Latin-Pop-Produkt aus den 60er, 70er Jahren, wo einfach eine Reihe von Stücken drauf sind, bei denen jetzt nicht mal unbedingt klar ist, ob es Cover sind oder Eigenkompositionen wie irgendeine Tito Puente Platte. Da kommt ein Stück, noch ein Stück und noch ein Stück, davon sind 3 Cover und 4 sind eigene und dann sind da noch ein paar Klassiker drauf. Diesmal wollte ich eine Platte machen, die das Projekt Coconut noch aus einer ganz anderen Ecke heraus beleuchtet, deshalb auch diese digitalen Einwürfe und diese 10 Interludes, in denen es im Prinzip darum geht, was ist Coconut und das Ganze noch einmal herausheben aus dieser eindeutigen Simulation, die die letzten Platten waren. Wobei das jetzt bei der Yellow Fever schon ein bisschen mehrschichtiger ist, wo man, wenn man so ein bisschen die Ohren aufhält, nicht so glatt durchkommt. Das Projekt gleitet als Simulation nicht so durch, es ist eine Simulation, die streckenweise funktioniert und dann immer auch aufgebrochen wird.
Und darum ging es auch bei diesen Interludes. Auch die Tatsache, dass man da verschiedene Gastmusiker einlädt, die dann noch verschiedenen Aspekte hinzubringen in das Projekt. Also die ganzen Gastmusiker sind im Prinzip Leute, die alle an ähnlichen Baustellen arbeiten oder so an anderen Enden dieses Spektrums ihr Zeug machen. Da habe ich halt Material angefragt zu bestimmten Themen oder bestimmten Arbeitsideen und die haben das dann eingeschickt und ich habe es eingebunden.

8.) Wie kam es eigentlich zu der Senor Coconut Idee?
Das Ganze entstand auf eine sehr keimartige natürliche Art und Weise und zwar aus einem Gespräch geboren mit einem Freund von mir. Damals stand ich noch in der Produktion zu "pop artificielle" und viele Leute sagten mir „mach doch mal etwas mit Kraftwerk“; das passte aber in "pop artificielle" logischerweise überhaupt nicht rein. Ich hatte auch bis dato keine Kraftwerkplatte selber besessen, sondern immer nur bei Freunden manchmal etwas gehört oder im Radio. Eines Morgens wachte ich auf im Kopf mit "Showroom Dummys" oder "Neonlights", das ich auch nur aus dem Gedächtnis kannte, und ich hörte es aber als "Cha Cha Cha". Und da war mir klar, dass es Potential hat als Idee, logischerweise, auch weil das Original so stark vorhanden war in mir. Andererseits weil diese Kombination, die ich mir so vorstellte im Kopf sehr gut funktionierte. Und es war nie ein Albumprojekt oder Konzept, sondern es war einfach nur eine Idee, diese zwei Pole, und ich fing an, einfach nur, um mal zu gucken wie es funktioniert diesen Titel zusammen zu sampeln. Ich habe dann meine ganze Latino-Plattensammlung in Scheiben zerlegt und habe dann aus diesen ganzen Scheiben die Kraftwerkstücke wieder neu zusammengesetzt. Ich fing an mit einem Titel und dachte, mal gucken ob es noch einen anderen Titel gibt, und plötzlich wuchs es und wurde immer größer. Auch die Produktionsart wurde immer kohärenter, möchte ich sagen, bis dann irgendwann das Album fertig war. Dann sah man es auch aus einer Distanz und dann war es einfach so und wurde auch veröffentlicht.

9.) Von Montreal bis Moskau, wie waren die Reaktionen auf Senor Coconut live? Publikumsreaktionen hatten wir, ohne jetzt übertreiben zu wollen, ausschließlich gute. Wir hatten natürlich auch schlecht besuchte Konzerte, aber normalerweise haben die Leute, die da sind, eine gute Zeit da, und wir auf der Bühne auch. Es gab natürlich auch Leute, und das fing schon bei dem Albumkonzept selber an, so Puristen logischerweise beiderseits, die es ganz furchtbar finden. Also entweder Kraftwerkpuristen oder Völkerkundler, die können damit nichts anfangen und fragen dann „was soll das denn sein“. Für mich zählt allerdings dann der Moment, in dem die Leute, die dies interessiert, auf das Konzert gehen oder sich die Platte anhören. Da hatten wir live sehr sehr gute Momente, wir haben ja auch auf großen Festivals gespielt. Ich wollte immer mit dem Konzept, mit der Platte auf die Bühne und bei der Präsentation der Show genauso eine gute Zeit haben wie das Publikum auch. Und auch dabei etwas lernen, etwas Neues machen, mit Musikern arbeiten, auch mit Instrumenten, mit denen ich vorher noch nicht gearbeitet habe, etwa einer Bassposaune, die ich noch nie gesehen hatte, und so auch diese Musiker einfach mal kennen zu lernen, um dadurch auch meinen Musikwortschatz zu erweitern und das eigene Wissen auszubauen.

10.) Wie war die Reaktion von Kraftwerk, die ja normalerweise ihre Coverversionen nie mögen?
Das Witzige dabei war, dass ich von den ersten vier fertigen Titeln damals eine CD-R erstellt hatte, die ich an Plattenfirmen geschickt habe. Es waren nicht viele, ich glaube vier oder fünf Kopien, quasi eine für jeden Kontinent. Aus irgendeinem, mir nicht bekannten Grund, gelangte eine dieser Kopien an Kraftwerk – also eine Kopie einer Kopie über Irgendjemanden. Auf dieser Kopie stand aber auch nichts drauf, da stand nur drauf „Kraftwerk Latino“ oder irgendetwas ähnliches, das heißt, Kraftwerk selber wussten nicht, wo das herkommt oder wer das gemacht hat; ist es echt oder ist es nicht echt. Und ich glaube diese Unbefangenheit hat Kraftwerk auch eine neutralere Sicht auf die Musik gegeben. Wenn sie von vorneherein gewusst hätten, es kommt auf einem deutschen Label raus in Frankfurt und der Typ ist aus Frankfurt, wäre man vielleicht ein bisschen vorsichtiger gewesen, denke ich, keine Ahnung. Und da gab es eben überhaupt keine Informationen, und sie fanden es gut – gut bis sehr gut würde ich sagen. Und durch noch eine seltsamere Kombination von Zufällen fanden sie dann heraus, dass ich das war. Dann bekam ich irgendwann einen Anruf von Florian Schneider, der das sehr gut fand, bis auf einen Titel, der nur auf der japanischen Veröffentlichung drauf ist, „Radioactivity“. Den fanden sie nicht so toll, und den habe ich dann von der europäischen Version heruntergenommen.

11.) Erzähl uns was zu Coconut FM
Ich habe diese Coconut FM herausgebracht, eine Compilation mit lateinamerikanischer Tanzmusik aus einem populären Underground. Musik aus Brasilien, Chile, Argentinien, die dort Unterschichtenmusik ist. Es ist viel Reggeaton drauf und Funk carioca und ähnliche Musiken. Ein Freund von mir hat es mal so auf den Punkt gebracht: „the ugly ist the new beautiful“. Das war der gleiche Moment wie damals bei Acid, wo ich sagen würde, wie kann man das machen, weil es völlig unorthodox produziert und billig produziert ist. Die Leute haben kein Geld, sitzen in einem Vorort und haben einen kleinen Sampler und machen halt einfach irgendetwas damit. Und das ist natürlich auch sehr inspirierend, dass da jemand kommt, der einen komplett anderen Ansatz hat an Musik. Es ist allerdings auch eine Musik, die völlig unkompatibel ist mit was man hier in Deutschland so hört. Man versteht die Sprache nicht, und dann versteht man die Musik auch nicht, und das finde ich ist eher das Interessante daran; solche Ansätze wie „warum finde ich das jetzt hässlich und das andere schön?“, „Was ist da der Unterschied?“ oder „Kann ich da irgendetwas herausziehen?“. Das ist so ähnlich, wie das Design der Bildzeitung – “Warum ist es hässlich, oder was steht dahinter?“; „Was macht dieses Hässliche aus?“, Es ist so, dass ich das bei Musik ähnlich sehe, und da ist gerade diese lateinamerikanische Ecke sehr inspirierend.

12.) Was inspiriert dich heute an aktueller Musik
Ich höre nicht bewusst viel Radio oder gucke auch kein Fernsehen oder MTV oder solche Geschichten. Natürlich dringen hier und da mal Sachen zu einem durch, auch durch Freunde, aber da gibt es sehr sehr wenige Sachen, die ich dann richtig gut finde –extrem wenige. Vielleicht ein oder zwei Titel pro Jahr, wo man sagt „Super!“. Der Letzte war von "Snoop Dog – Drop it like it’s hot". Das ist ein Titel, wo ich sage „wow – super gemacht!“ Und der Rest ? Da bekomme ich Kopfweh von! Das kann ich mir einfach nicht antun, weshalb ich es auch lasse; das ist keine Quelle für mich, weil mich das eigentlich voll runterzieht, mir jeden Tag Popmusik anzuhören, weil einfach nichts Gutes dabei ist.

13.) Wie stehst du heute zu "Sampling"?
Sample heißt übersetzt „Ausschnitt, Probe“. Es heißt nur Sample, weil die Sampler eben immer nur so kurz sampeln konnten. Deshalb blieb es immer nur eine Probe, weil es nur eine Sekunde war oder zwei. Man hätte es natürlich auch gerne 30 Minuten gehabt, aber je länger diese „Probe“ wird, desto hinfälliger wird der Begriff "Probe". Denn irgendwann ist es keine Probe mehr, sondern ein Original. Deshalb trenne ich nicht mehr Sample oder Nicht-Sample; für mich ist alles, was auf der Festplatte ist, gleichwertig. Ob das jetzt 16 Sekunden sind aus einem "Tito Puente" Stück oder 16 Sekunden, die man selber aufgenommen hat, das ist dann zweitrangig. Es geht darum: Ich habe verschiedene Materialien aus verschiedenen Quellen, und versuche, sie kompatibel zu machen und irgendwie in das Bild zu bekommen, was man sich vorstellt.

14.) Was können wir von den neuen Senor Coconut Liveshows erwarten? Die Erweiterung des Plattenkonzepts geht parallel mit der Erweiterung des Livekonzepts. Wir haben einen Musiker mehr dabei, spielen jetzt das Material aus drei Alben und ich glaube, ähnlich wie auf der Yellow Fever, wir es mehr „elektronische Einwürfe“ geben; eher Interludes und mehr Dynamik in der Präsentation. Also nicht nur: das Konzert fängt an, die Band kommt auf die Bühne, sondern vielleicht erst mal mit weniger Musikern spielen, dann kommen Musiker dazu, es gehen Musiker weg. Wir werden auf jeden Fall ein besseres Licht haben; generell der Versuch, das ganze Set-up zu verbessern und das Ganze noch professioneller zu gestalten.

extra: Interview mit SeƱor Coconut , Berlin 01.08.2005

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