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ABOUT THE ARTIST

OMFO
WE ARE THE SHEPHERDS
Katalog-Nr.: AYCD 12 - Barcode 881390201228
Vertriebe: Indigo (D), Universal (A), RecRec (CH)
Produced by Atom tm & OMFO

File under: Village Disco or Space Folklore

Der Mann aus Odessa (O.M.F.O. = Our Man from Odessa) ist ein Grenzgänger par excellence. Geboren in der Hafenstadt Odessa (Ukraine), emigrierte German Popov 1989 nach Amsterdam. Man muss sich German Popov als einen Forschungsreisenden vorstellen. Er reist am liebsten in Zentralasien umher, wo er Feldaufnahmen macht - von traditionellen Weisen aus der Steppe ebenso wie von modernen Restaurant-Bands in Taschkent mit ihrem blechernen Keyboard-Sound.

Willkommen in der elektronischen Walachei, wo sich Folklore und Kraftwerk "Guten Tag" sagen- schräge Instrumente und elektronische Klänge eine ganz neue Einheit eingehen! Mit seinen Ideen und Musikern dringt er in Gebiete vor, in die sich noch kein menschliches Ohr bislang gewagt hat. Futurismus meets Folklore Imaginaire: Ladies and Gentlemen, we are floating in Eastern European space. Sein Erstlingswerk auf Essay Recordings Trans Balkan Express begründete seinen internationalen Ruf, der sogar Borat zu Ohren kam. Der wählte zwei Tracks von diesem Album "Money Boney" und "Magic Mamaliga" für den Soundtrack seines neuen Films.

Wir sind die Hirten ...

Ein Manifest von OMFO

Genossen,
es ist kein Zufall, dass der erste Mann im Weltall, Yuri Gagarin, von Beruf Schafhirte war. Tatsächlich waren die meisten Kosmonauten Schafhirten- ebenso wie einige ihrer amerikanischen Kollegen, zum Beispiel der Astronaut William Shepherd. Und was ist mit der Schäferhündin Laika? Wer hätte sie nicht gerne im Orbit bellen gehört? Ist all dies Zufall? Ganz sicher nicht! Wenn Sie mir bitte folgen möchten:

Die UdSSR war das erste Land, das einen Menschen ins All schickte. Zugleich war die Sowjetunion auch das erste Land der Welt, das Arbeitern, Bauern und- ja, auch Schafhirten- absolute politische Macht verlieh. Dank der Charismatischen Schafhirtenurgewalt (CSU), die Widersacher schnell und in voller Härte zu spüren bekommen, sind Schafhirten durch die ganze Menschheitsgeschichte ausgesprochen erfolgreich gewesen. Durch Flugmaschinen und Raketen haben sie ihre Weiden bis zu den Grenzen der Stratosphäre- und darüber hinaus- erweitert. Schafhirten, Sterne und die Milchstraße- das gehört zusammen. Der Klang einer Hirtenflöte hat schon oft herabstürzende Meteoriten und die ein oder andere Mondfinsternis begleitet.

Schließlich erweiterte das Piepsen des Morsecodes die Hirtenmelodien. Das Erbe der Weiden floss in pulsierende Klicks und elektronische Blubbersounds. Eine neue Sphärenmusik war erschaffen, ein Lobgesang auf die primäre Schönheit des Schafhirtenlebens.

Dieses Album ist für den modernen Schafhirten. Man kann die Lieder allein genießen, selbstvergessen in seinen eigenen Schafhirtengedanken und -Fantasien. Doch kann man zu den Melodien auch zusammen mit seinen befreundeten Schafhirten und Schafhirtinnen im Kreis tanzen. Der unaufhörliche, rhythmische Pulsschlag, der Klangfarben und Spezialeffekte vereinnahmt- produziert von elektronischen und akustischen Instrumenten - sowie die unaufgesetzten und einfachen Melodiebögen mögen etwas gewöhnungsbedürftig klingen, sind aber äußerst zeitgemäß. Selbst Ihre Schafherde wird möglicherweise einen komisch irrealen, flüchtigen Zustand durchleben, der letztendlich in einer außergewöhnlich guten Produktion von Milch und Wolle endet.

Wenn sich Schafhirten verlieben, dann singen sie … die Melodien ihrer Lieder sind langsam und melancholisch. Die Texte sind arglos und wunderschön. Sogar in der unheimlichen Weite des Weltalls, weit entfernt von lokalen Diskoclubs, nutzen sie ihre Kreativität und erfinden neue Musikinstrumente- einfache Trommeln, Flöten und Maultrommeln werden zu Thereminen, Synthesizern und Sample-Sequenzern. So erfahren alte Songs in der neuen Umgebung eine neue Bedeutung. Wo liegen die Herausforderungen der Zukunft? Das ist die Frage, die wir uns stellen sollten und der wir uns stellen müssen.

Hirten des Universums- vereinigt euch!

OMFO

Um seine Projekte der Weltöffentlichkeit zu präsentieren, stellte OMFO aus fünf außergewöhnlichen Leuten eine Band zusammen. Zur Band gehören das transsilvanische Wunderkind Vasil Nedea an Hackbrett und Akkordeon sowie der aserbaidschanischen Science-Fiction-Schreiber und Virtuose Rassul Kazimov an Târ (ein ohne Plektrum gespieltes Saiteninstrument) und E-Gitarre. Der Freiheitskämpfer und Geschichtenerzähler Bakhtiyar Eybaliyev, Sänger und Percussionist der Band, wird oft mich einer Nachtigall verglichen. Ebenso oft singt auch Fay Lovsky, die "Lady aus dem Jenseits". Sie spielt äußerst seltene Instrumente wie das Theremin und die singende Säge- was der Musik eine unheimliche und mysteriöse Stimmung gibt. Sie alle wirkten an den Aufnahmen von We are the Shepherds mit.

Das Spektrum vom OMFOs Werken breit gefächert. Er produziert Soundtracks für Erwachsenenvideos und komponiert Jingles für turkmenische Radiostationen. Für die Biennale in Venedig schrieb er den Soundtrack für den ersten zentralasiatischen Pavillon. OMFO spielt Solo-Shows und performed als Soundkünstler und sammelt Alltagsgeräusche. Und nun erwartet OMFO Eure Kommentare und Vorschläge.

Atom™ über OMFO und ihre Zusammenarbeit

Als ich das erste Mal OMFO hörte, war ich überrascht, dass jemand dasselbe "Leitmotiv"hatte wie ich, sich jedoch einer vollkommen anderen Kultur verschrieb. Auf den ersten Blick scheint OMFOs Werk sehr weit von beispielsweise meiner Arbeit mit Señor Coconut, Lisa Carbon oder Projekten wie Flanger entfernt, doch gibt es für mich diese Unterscheidung eigentlich gar nicht. Unsere Musik verwirft die Vorherrschaft bestimmter kultureller Stereotypen, indem sie diese verdreht und in eine scheinbar bekannte, aber dennoch neue Form bringt. Sie stellt Raum und Zeit in Frage und tranferiert das Hier und Jetzt an einen anderen Ort, auf eine andere Zeitstufe. Verschlossene Hintertürchen der Geschichte, in denen längst vergessene und verdrängte Melodien und Motive schlummern, werden aufgestoßen, weil hinter ihnen ein neuer Weg liegen könnte, den wir womöglich gerade in diesem Augenblick beginnen zu beschreiten. Gleichzeitig kommen durch das Gehörte bestimmte Zweifel in uns auf: Ist das Utopie oder Wirklichkeit? Sicher: Wir vermögen Musik in eine bestimmte Schublade zu stecken oder mindestens einer historischen Epoche zuzuordnen. Doch sicher können wir uns nie sein, dass dies die Wahrheit ist oder das was wir für unsere Projektion einer Wahrheit halten … eine bloße Projektion aus unserem tiefsten Inneren, getrieben von Sehnsucht oder Vorurteilen. Auf rein musikalischem Level weiß OMFO, welche Genres er formal und inhaltlich durchläuft und genau deswegen kann er sich ausleben.

Für die Produktion haben wir Audiodaten zwischen Amsterdam und Santiago hin- und hergeschickt. In Hunderten von Telefonaten haben wir abgesprochen, wie wir mit welchem Song verfahren wollen. Trotz der räumlichen Entfernung entwickelten wir meiner Meinung nach das endgültige Albumkonzept zusammen, indem wir uns gegenseitig inspirierten und mit unseren Ideen verbal und nonverbal Pingpong spielten.

Tracklisting

01. Choban in Space 5:18
02. Shepherd Disco 3:46
03. Jok de doi 4:24
04. Drunk'n'Space (Mad Volinka) 2:33
05. Orbital Hora 4:43
06. Neobiknovennije Glaza 3:36
trad./arr. by German Popov
07. Azerbaidjan 3:16
trad./arr. by German Popov
08. Tequila Gang Bang 1:23
Chuck Rio / Windswept Pacific Entertainment Co
09. Dagistan 3:40
10. Utomljonnoje Sontse 3:44
Music: Jorge Petersburski/Lyric Zenon Ludwik Friedwald
11. Oxamit 3:33
12. Voskresenie 3:04
13. Flujerash 2:19
14. 2007 Baran Odissey 5:05
All tracks music & lyrics unless otherwise indicated by German Popov/Edition Essay

Frankfurter Rundschau Autor Stefan Michalzik über ein Werkstatt-Konzert, bei dem OMFO zum ersten Mal neue Stücke live vorstellte:

Die Wege des German Popov sind verschlungen. Seine Heimatstadt Odessa hat er schon 1989 verlassen. Von seiner neuen Basis in Amsterdam aus ist er auf musikalische Erkundungsreisen gegangen, die ihn immer wieder zurück in den Osten führten, auf den Balkan und nach Zentralasien. 2004 erregte Popov mit dem Titelsong seines Solodebüts viel Aufsehen in der Clubszene. Unter dem Signum OMFO - Our Man From Odessa - verknüpfte Popov auf originelle Weise den historischen Prätechno mit der traditionellen Folklore Osteuropas: Trans Balkan Express nannte er seine Coverversion des Kraftwerk-Hits aus dem Jahre 1977. Die musikalische Welt des German Popov kennt keine Grenzen. Im Museum der Weltkulturen in Frankfurt gab er einen Werkstatt-Einblick in die Arbeit an seinem in Vorbereitung befindlichen zweiten Album. Vielfältig seine Begleiter: Das traditionelle Element verkörpern zwei Musiker aus Aserbaidschan, der Sänger und Spieler der indischen Dhol-Trommel, Bakhtijar Exbaliyev, und der zwischen der Langhalslaute Tar und der elektrischen Gitarre wechselnde Rassul Kazimov. Die aus Amsterdam stammende Fay Lovsky am Vibraphon und am Theremin bringt eine Jazznote ins Spiel. Als Sängerin verleiht sie traditionellen Themen eine spannungsreich gebrochene Scheinauthentizität. Popov selbst spielt Längsflöte und Maultrommel, bisweilen singt auch er, und er gibt den Steuermann am elektronischen Pult.

In einem atemberaubend freien Eklektizismus geht die Reise vom Schwarzen Meer aus über den Balkan und Zentralasien bis nach Japan. Griechisches Rembetiko etwa hat man noch nie derart entspannt grooven gehört. Muntere Balkanmelodien muten hier wie eine Kammerfassung des Stoffs an, mit dem Roma-Brassbands sonst viel Dampf machen. Obertongesang aus Südsibirien wird dezent mit Beats unterlegt, Volksmusik findet sich unversehens in den Echo- und Hallkammern des Duos wieder. Irgendwann flutscht einmal ein bekanntes Latinmotiv durch, eingeschleppt vom Vibraphon.

Ein solcher Mischmasch könnte leicht ins Seichte verrutschen. Doch so improvisiert auch manches technisch noch wirken mochte, zeigte sich German Popov doch als geschmackssicherer Klangregisseur. Und über die radikale Kontextverschiebung hinweg ist immer viel liebevolle Einlässlichkeit im Umgang mit dem traditionellen Material zu erkennen. Diese Haltung trägt zum Charme dieser Musik bei - und sorgt dafür, dass sich der Verdacht bald verliert, hier könnte es sich um einen x-beliebigen weiteren Beitrag zum Balkantrend handeln.

Website des Künstlers: www.omfo.net

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