Binder & Krieglstein
New Weird Austria
AY CD 26 (EAN 881390202621)
To be released in March 5th 2010 (Germany, Austria, Switzerland) In his fourth album, "New Weird Austria", Binder & Krieglstein takes the path less travelled and presents his own personal take on Austrian folk music. Stylistically, he wanders between the worlds of electronic and folk music, bringing together a motley array of guest vocalists on diverse tracks without ever blending them.
Folk music and punk are kindred souls: it is the rough and ready aspect of both that Binder & Krieglstein distils into something quite unique. In its more extreme forms, the punk dance form, pogo, is not so very far removed from folk dance, and stamping feet are just what electronic music calls for. The whole debate about what is authentic folk music and what isn't has dragged on long enough. On this album, the "what" question doesn't even come up. And the "why" question is answered with a resounding "because we can't help it!" Folk music and pop just go together - or, rather, what we have here is the irresistible transition of folk music into pop music. The twelve tracks on New Weird Austria meander wildly yet precisely between influences from electronica, ska, hip hop and house on the one hand, and polka, landler and traditional Styrian on the other, while still leaving plenty of room for guest performances by Austropop legends and 4xang-masterminds Wilfried, Didi Bruckmayr, Mieze Medusa, artist Karl Grünling, Molto Mosso, Heimo Mitterer (Portnoy), Christian Fuchs and Suzy on the Rocks (both from Vienna's thriving electro-underground band Bunny Lake). Needless to say, partner and singer Makki of the Binder & Krieglstein live-band features with several songs too.
Rainer Binder-Krieglstein aka "Binder & Krieglstein" launched his successful solo career after a stint as drummer with such bands as Fetish 69, Toxic Lounge and Sans Secours in the early Noughties and has since gone on to explore any number of stylistic directions. He has constantly pushed the boundaries of his music. Now, with his latest album, he has gone in search of its roots - and, with that, his own roots in the music of his homeland. His debut album, "Alles verloren" (AY CD 14), produced by Shantel, came out three years ago.
TRACKLISTING
01. Bratlgeiger - feat. Wilfried
02. Mein größter Schatz - feat. Karl Grünling
03. Kummst du ma blöd - feat. Makki
04. Radkette - feat. Heimo Mitterer
05. Frage der Zeit - feat. Mieze Medusa
06. Three Strikes - feat. Didi Bruckmayr
07. Bist du glücklich - feat. Molto Mosso
08. Londabaja - feat. Makki
09. Puddl di ein - feat. Makki
10. Fahrradlied - feat. Makki
11. So faungt des an - feat. Christian Fuchs
12. I hob di gern - feat. Suzy on the Rocks & Steirischer Jägerchor
DAS MANIFEST
New Weird Austrian ist brauchbar, weil sie jeder braucht, und nutzlos, weil sie nicht benutzt werden kann. Daher ist NWA stets ungenützt und neu (New). NWA ist verrückt (Weird), weil nur von dieser Perspektive aus alles ins Blickfeld gerät. NWA ist österreichisch (Austrian), da sie obwohl von weltweiter Bedeutung und Wirkung in Graz entstand. NWA ist Bewegung, aber sie ist keine Bewegung. Das Ziel von NWA ist eine sanfte Revolution. An die Stelle der Ordnung setzt sie das hierarchiefreie In-Beziehung-Setzen. NWA hat keine Zielgruppe und keinen Endnutzer, weil der Weg, der das Ziel ist, noch lange nicht zu Ende ist. NWA erlöst aus selbstgenügsamer Einsamkeit mittels Ineinander- und Miteinanderwirken. NWA besingt die Vertrautheit mit Energie und Verwegenheit. NWA hat nichts zu verlieren und eine Welt zu gewinnen. Ihre Schritte zittern nicht. Wir tanzen. Inspired by: "Happy Art and Attitude" (Bauer/Falk), "Kommunistisches Manifest" (Marx/Engels), "Futuristisches Manifest" (Filippo Tommaso Marinetti), Paul Klee, "The Puzzy Power Manifesto", "Cluetrain Manifest"; "Bauhaus-Manifest". Getanzt wird unter anderem Pogo zur Blasmusik, Polka zu Reggaebeats und Paso Doble zu Vocoder-Gesang. Die Definition, was zeitgenössische österreichische Volksmusik ist, darf nicht einer Handvoll Plattenfirmen, Fernsehshows und Radiosendern überlassen werden. Wenn in Siebing oder Guca, am Stammtisch oder im Beduinenzelt, an Pessach oder zu Weihnachten Einstudiertes auf Authentizität trifft, Zeitgeist auf Tradition, momentane Emotion auf abstrakt Tradiertes, wird ein Stück erinnerter Heimat im Hier und Jetzt aktualisiert. Ein Gedächtnisort wird auf die Tanzfläche gezerrt und seiner Grenzen beraubt. Der Dilettant wird zum Teilzeitvirtuosen, die Betschwester zum Saufbruder, das Herz hüpft hoch ins Hirn, um sich mit ihm gemeinsam hinab in die stampfenden Füße zu stürzen. Der Kehlkopf übernimmt den Akt freier Willensäußerung und das Lokalkolorit schimmert in allen Farben eines weltumspannenden Regenbogens. Denn Volksmusik ist Dorfmusik und die Welt ist ein Dorf. Und genau in diesem Dorf sind Binder & Krieglstein gelandet. Weil sie nämlich raus wollten aus dem Sumpf, dem heimeligen Biotop, in dem es sich so beschaulich leben ließe. Sie haben das sichere Terrain verlassen, um sich dem Risiko des Eigenen auszusetzen und sich an den österreichischen "Traditionals" abzuarbeiten als wären es Cocek, Klezmer, Rai oder Fado. Nämlich mit Sorgfalt und Respekt. Nach Jazz, Industrial Rock und Down-Tempo-Pop in diversen Kapellen und Bands (Fetish 69, Toxic Lounge, Sans Secours) sowie 3 Solo-Alben lassen Binder & Krieglstein ihre Grooves, Beats, Loops und Samples an die Wurzeln wandern. Weil's so sein muss. Denn Volksmusik, so wie Binder & Krieglstein sie verstehen, ist Punk: einfache, ungeschliffene Kompositionen, überschaubare Instrumentierung, pure and stripped down, Rot-White-Rot-Trash, direkt aus dem Bauch, ohne Umwege über Kunst- oder Kommerzgedanken. Seit jeher daran interessiert, Dinge, die sich normalerweise nicht einmal grüßen, zu elektronischer Musik eng umschlungen tanzen zu lassen, bitten sie Jägerchöre und straighte Tech-House Beats, LoFi-Sounds und elaborierte Jazztexturen, Lebenslust und Totgeglaubtes, Reduktion und Daseinsfülle zum Blind Date. Unterstützt wird dieses mal zart-poetische, mal ekstatisch-wilde Bekanntschaft-Schließen von einem illustren Dutzend GastsängerInnen aus diversen Sparten, Regionen und Nischen österreichischer (Lebens)Kunst: Makki, Didi Bruckmaier, Mieze Medusa, Wilfried, Karl Grünling, Heimo Mitterer, Molto Mosso, Christian Fuchs, Suzy on the Rocks und der Steirische Jägerchor. Diese Musik leitet nichts her und leitet nichts ab. Sie fügt mittels Laptop zusammen. Daher wurde das "Von" im Namen des Oneman-Duos auch durch ein "Und" ersetzt. Wobei diese Art des Verbindens mehr schafft als bloß Verbindung: Durch das Miteinander- und Ineinanderwirken des Gegensätzlichen und Disparaten entsteht keine Legierung, sondern die Komponenten bleiben sie selber. Nur vergessen sie im neuen Kontext schamlos auf Etikett und Dünkel und haben gemeinsam sehr viel Spaß. Die Summe ist besser als die ganzen Teile. World-Wide-Web-Landler, emotionale Ratio, obskure Klarheiten und Polonaisen für Fortbewegungsdissidenten finden zwischen allen Stühlen genug Platz zum Verwegen-Sein. NWA ist Dorfmusik für das Global Village.
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